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Monday, 06 September 2010
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LembergWien 2008 - Erleben, Dokumentieren, Reflektieren PDF Print E-mail
Written by Stefan Hampl   
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Teil 1: 1. – 7. April 2008 „Ukrainische Spurensuche in Wien“

Elf Lemberger Studierende der Studienrichtung „Internationalen Beziehungen“ werden während Ihres Wienaufenthalts ihr fachliches Wissen erweitern, ihr Deutsch als zweite Fremdsprache vervollständigen sowie ein anderes Kulturumfeld kennenlernen. Dabei werden sie ein dichtes Lehr- und Kulturprogramm absolvieren (Besuch von universitären Lehrveranstaltungen, Vorträge, themenbezogene Führungen, Kreativaufgaben, etc.).

Eine Stadtführung wird den ukrainischen Studierenden Wien in seiner kulturhistorischen Bedeutung näher bringen. Im vergangenen Semester habe sie sich im Deutschunterricht mit Kunststilen, berühmten Künstlern und der Analyse ihrer Bilder befasst. Ihr Besuch des Kunsthistorisches Museum und der Albertina wird der Vertiefung dieses Materials dienen.

Ukrainische Berühmtheiten in Wien
Weiters steht der bei „der Spurensuche von Ukrainern in Wien“ der Besuch der Wiener Universitätsbibliothek für Slawistik auf dem Programm. In deren Safe befindet sich eine noch erhaltene Kopie der Dissertationsarbeit des Nationalhelden Ivan Franko, der diese noch zu k&k-Zeiten hier geschaffen hat. Als Orientierungsaufgabe soll das Wiener Wohnhaus der ukrainischen Schriftstellerin Lesja Ukrainka gesucht werden, wo heute eine Gedenktafel an sie erinnert. Weiters steht die Entdeckung der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche auf dem Programm, die Maria Theresia im Jahre 1775 den Ukrainer geschenkt hat. Mit ihr wurde ein Grundstein für die Entwicklung einer späteren ukrainischen Elite gelegt, die eine sehr wichtige Rolle für die nationale gesellschaftlich-politische Entwicklung der Ukraine hatte. Diese Politiker vertraten die Interessen ihres Volkes im österreichischen Parlament (dem damaligen Reichsrat). Aus diesem Grunde werden die Studierenden auch dort an einer thematisch abgestimmten Führung unter der Leitung von Herrn Dr. Schefbeck teilnehmen.

Stadt-Bilder selbstgemacht
Während ihres Aufenthalts werden die Studierenden für sie markante Aspekte der Stadt Wien fotografisch festhalten. In Fotographien dokumentieren sich kulturelle Relationen besonders gut. In der Lehrveranstaltung Anwendungsgebiete Kulturpsychologie von Univ.-Lekt. MMag. Stefan Hampl werden die Studierenden methodische Einblicke in die dokumentarische Bildinterpretation erhalten, sowie ihren österreichischen KollegInnen mitgebrachte Fotos aus ihrer Heimatstadt Lemberg präsentieren.

"Geheime" Einblicke
Bei einem Besuch des Sprachinstitutes der österreichischen Landesverteidigungsakademie wird den ukrainischen Studierenden Zugang zum Militärbereich ermöglicht, wo eine tiefgehende Befassung mit der Ukraine (in Hinblick auf grenzüberschreitende militärische Kooperation) stattfindet.

Wiener Community-TV
Der partizipative Community-Sender Okto-TV eröffnet in einer Führung sein Know-How und Non-Profit-Konzept um einen besonderen Blick auf Entfaltungsmöglichkeiten im westeuropäischen Wirtschaftssystem zu gewähren.

Kultur physisch erfahren
Kulinarische Interkulturalität wird die ukrainischen Gäste in Wien fast auf jedem Schritt begleiten. Außer österreichischer werden sie auch indische, afroasiatische und italienische Küche kosten und zum Abschluss beim Semester-Kick-Off am 4. April (link) im Wiener Ost-Klub noch gemeinsam mit österreichischen Studierenden einen coolen Sound erleben!


Teil 2: 17. –21. April 2008 „Studienreise ins Land unserer Stereotypen“

Nach einer ukrainischen Standortbestimmung in Wien (1.-7. April) wird eine Gruppe von ca. 12 österreichischen Studierenden des Lehrgangs „Interkulturelle Kompetenzen“ der Donau-Universität Krems nach Lemberg fahren.

Im 2. Teil des Projektes „LembergWien 2008 – Erleben, Dokumentieren, Reflektieren“ erfährt die Untersuchung von privatem Fotomaterial der Gruppe eine Fortsetzung. Analog zum 1. Teil, werden die österreichischen Studierenden aufgefordert, die Dinge die ihnen in Lemberg auffallen fotographisch zu dokumentieren. Ziel ist die Produktion von empirischem Vergleichsmaterials zur Untersuchung der generativen Strukturen österreichisch-ukrainischer Mentalität im Hier und Jetzt. Seitens ikus wird die Methode der „dokumentarische Bildinterprätation“ für die Gruppen aus Teil 1 und Teil 2 sowie weitere interessierte ukrainische Studierende und Wissenschafter vor Ort illustriert.

Die österreichischen Studierenden geraten in ein für sie neues Kulturumfeld, das einerseits mit vielen Stereotypen belegt ist, andererseits aber auch zur Spurensuche einlädt. Ein tieferes Eintauchen in die Geschichte der Stadt soll den Studierenden durch die themenbezogene Stadtführung „Das österreichische Lemberg“ (Leiter: Yurko Prohasko) ermöglicht werden. Beim Besuch der Stadtregierung werden sie einen Vortrag über die Integration der Ukraine in die EU (politische und soziale Aspekte) aus ukrainischer Sicht hören. Weiters sind verschiedene Treffen mit ukrainischen Bildungsvertretern vorgesehen.
Zur Intensivierung des kulturellen Austausches wird ein enger Kontakt der österreichischen mit den ukrainischen Studierenden angestrebt. Dieser soll nicht zuletzt auch auf kulinarischem und musikalischem Wege realisiert werden.

Für diese Reise sind noch Restplätze frei - Infos bei Nataliya Khimka (s.u.)


Zusammenfassend ist das Projekt „LembergWien 2008 – Erleben, Dokumentieren, Reflektieren“ des Instituts für Kulturpsychologie und qualitative Sozialforschung (ikus) als substantieller Beitrag zur grenzüberschreitenden Involvierung junger Studierender und zum wissenschaftlichen Know-How-Transfer zwischen Österreich und der Ukraine anzusehen.

Kontaktperson: Nataliya Khimka
Quelle: www.ikus.cc
 

 

 

 
 

Doing Culture ist eine Initiative des
Instituts für Kulturpsychologie und qualitative Sozialforschung